Ortsumgehung Pflaumheim

Die Ortsumgehung Pflaumheim mit sechs Brückenbauwerken erforderte geotextilummantelte Rüttelstopfsäulen in weichem, witterungsempfindlichem Baugrund.

Neue Trasse auf anspruchvollem Baugrund

Die Ortsumgehung Pflaumheim ist ein laufendes Straßenbauprojekt im Raum Aschaffenburg. Die geplante Strecke umfasst rund 4.250 Meter und sechs Brückenbauwerke. GMP begleitet das Projekt mit geotechnischen und umwelttechnischen Leistungen. Zum Aufgabenspektrum gehören Gutachten, die Mitwirkung an der Planung sowie die fachliche Begleitung der weiteren Projektbearbeitung. Grundlage dafür bildet eine umfangreiche Erkundung des Baugrunds. Neben geotechnischen Untersuchungen werden auch chemische und abfalltechnische Fragestellungen berücksichtigt. Eine besondere Rolle spielt dabei das Verhalten der örtlich anstehenden weichen und witterungsempfindlichen Böden.

 

Wenn weiche Böden die Planung bestimmen 

Die Trasse verläuft über bislang weitgehend unbebaute Flächen mit gering tragfähigem Untergrund. Die vorhandenen Böden werden als sehr weich und teilweise stark witterungsanfällig beschrieben. Damit beeinflussen die Untergrundverhältnisse sowohl die Gründung als auch den Damm- und Spezialtiefbau. Für die Erkundung wurden rund 400 Bohrmeter und 84 Sondierungen ausgeführt. Hinzu kommen Kernbohrungen, schwere Rammsondierungen, Schürfe, Rammkernsondierungen, Grundwassermessstellen, Flügelsondierungen und Dichtemessungen.

Auf dieser Datengrundlage werden die geotechnischen Eigenschaften des Baugrunds bewertet und in die Planung einbezogen. Die zentrale Aufgabe besteht darin, trotz der geringen Tragfähigkeit belastbare Lösungen für die geplante Verkehrsinfrastruktur zu entwickeln.

„Die Ortsumgehung Pflaumheim verband vielfältigen Spezialtiefbau mit Dammbau und Bodenstabilisierungen; ein wesentlicher Projekterfolg war die numerische Simulation von Setzungen und Konsolidation, während unterschiedliche Umwelteinflüsse dem einheitlichen Boden die gesamte Bandbreite bautechnischer Eigenschaften verliehen.“

Dipl.-Ing. Marco Sick, Projektleitung Baugrund

Bodenverbesserung trifft numerische Prognose 

GMP verbindet die Ergebnisse aus Baugrunderkundung, Laborversuchen und chemischen Analysen mit geotechnischer Planung und numerischen Simulationen. Zu den begleitenden Leistungen zählen außerdem Fremdüberwachung und abfalltechnische Deklarationen. Für den Dammbau kommen unter anderem geotextil ummantelte Rüttelstopfsäulen zum Einsatz. Damit wird auf die besonderen Eigenschaften des weichen Untergrunds reagiert.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der numerischen Simulation von Setzungen und Konsolidationsvorgängen. Diese Berechnungen unterstützen die Beurteilung des langfristigen Verhaltens der geplanten Bauwerke und Dämme. Charakteristisch für das Projekt ist damit die enge Verbindung von Spezialtiefbau, Bodenstabilisierung, Erkundung und rechnerischer Prognose.

 

 

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